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Altersvorsorge 2027: Warum die Riester-Rente verschwindet – und was auf Sparer zukommt

Ihre Vorsorge verdient einen Zukunftscheck
Ob ETF im Depot oder im Versicherungsmantel, Fondspolice oder klassische Altersvorsorge, gefördert und steueroptimiert: Gemeinsam entwickeln wir ein Konzept, das zu Ihrem Leben passt.

Im Mai 2026 hat der Bundesrat die umstrittene Altersvorsorgereform beschlossen. Ziel der Reform: Die private Altersvorsorge attraktiver machen, den Kapitalmarkt stärker einbinden und die Versorgungslücke im Ruhestand schliessen.

Die private Altersvorsorge in Deutschland steht dadurch vor dem größten Umbau seit Einführung der Riester-Rente im Jahr 2001. Mit dem neuen Altersvorsorgereformgesetz will die Bundesregierung die private Vorsorge einfacher, renditestärker und moderner machen. Ab Januar 2027 gelten deshalb völlig neue Regeln.

Doch was bedeutet das konkret für Verbraucher? Welche Produkte kommen neu auf den Markt? Und lohnt sich der Umstieg überhaupt?

Warum die Riester-Rente reformiert wird

Die Riester-Rente galt ursprünglich als wichtiger Baustein zur Ergänzung der gesetzlichen Rente. In der Praxis geriet das System jedoch zunehmend in die Kritik:

  • komplizierte Förderung
  • hohe Kosten
  • geringe Renditen
  • starre Garantievorgaben
  • sinkendes Interesse der Verbraucher

Obwohl noch rund 15 Millionen Verträge existieren, werden viele davon nicht mehr aktiv bespart.

Ein Hauptproblem war die gesetzlich vorgeschriebene 100-Prozent-Beitragsgarantie. Anbieter mussten sicherstellen, dass mindestens alle eingezahlten Beiträge und Zulagen zum Rentenbeginn erhalten bleiben. Dadurch floss ein großer Teil des Kapitals in sichere, aber renditeschwache Anlagen.

Ein echter Rendite-Killer als Geburtsfehler, der die Riester-Rente oft unlukrativ erscheinen liess.

Das ändert sich ab 2027

Die Reform bringt einen grundlegenden Strategiewechsel:

Mehr Kapitalmarkt – weniger Garantien

Künftig können Sparer zwischen verschiedenen Sicherheitsstufen wählen:

  • 100 % Beitragsgarantie
  • 80 % Beitragsgarantie
  • komplett kapitalmarktorientierte Lösungen ohne Garantie

Dadurch sollen deutlich höhere Aktienquoten möglich werden.

Die Politik verfolgt damit das Ziel: Mehr Renditechancen für langfristige Anleger.

Das neue Altersvorsorgedepot

Besonders viel Aufmerksamkeit erhält das sogenannte Altersvorsorgedepot.

Dabei handelt es sich um ein staatlich gefördertes Depot, in dem:

  • ETFs
  • Investmentfonds
  • bestimmte Anleihen
  • ausgewählte Sachwertfonds

für die Altersvorsorge genutzt werden können.

Nicht erlaubt sind dagegen:

  • Einzelaktien
  • Kryptowährungen
  • hochspekulative Anlagen

Warum ETFs plötzlich im Mittelpunkt stehen

Die Reform setzt deutlich stärker auf günstige ETF-Lösungen.

Der Hintergrund:
Breit gestreute Aktieninvestments erzielten historisch langfristig oft deutlich höhere Renditen als klassische Garantieprodukte. Besonders häufig genannt wird dabei der weltweite Aktienindex MSCI World.

Das Risiko tragen künftig allerdings stärker die Anleger selbst.

Denn:
Ohne Garantie sind zwischenzeitliche Verluste möglich.

Das neue Standardprodukt

Zusätzlich soll ein sogenanntes Standarddepot eingeführt werden. Dieses richtet sich vor allem an Verbraucher, die eine einfache Lösung suchen.

Das Modell funktioniert ähnlich wie ein automatisierter Sparplan:

  • ein chancenorientierter Fonds mit Aktienanteil
  • ein sicherheitsorientierter Fonds mit Anleihen

Je näher der Ruhestand rückt, desto stärker wird automatisch in sicherere Anlagen umgeschichtet.

Außerdem gilt:
Die jährlichen Effektivkosten dürfen 1 Prozent nicht überschreiten.

Neue staatliche Förderung

Auch die Förderung wird deutlich vereinfacht.

Bislang hing die Riester-Förderung vom Einkommen ab. Künftig orientiert sich die Förderung direkt an den eingezahlten Beiträgen.

Das neue Modell:

  • Für Beiträge bis 360 EUR jährlich zahlt der Staat 50 % Zuschuss.
  • Für weitere Beiträge bis 1.800 EUR jährlich gibt es 25 % Förderung.

Dadurch kann die Grundzulage auf bis zu 540 EUR pro Jahr steigen.

Zusätzlich bleiben:

  • Kinderzulagen
  • Berufseinsteigerboni
  • steuerliche Vorteile

teilweise erhalten oder werden erweitert.

Mehr Flexibilität bei der Auszahlung

Auch bei der späteren Nutzung des Vermögens werden die Regeln gelockert. Bisher war die lebenslange Verrentung weitgehend verpflichtend.

Künftig möglich:

  • Auszahlpläne bis mindestens 85 Jahre
  • Teilkapitalentnahmen
  • flexible Kombinationen aus Kapital und Rente
  • klassische lebenslange Rentenzahlungen

Damit soll sich die Altersvorsorge stärker an individuellen Lebenssituationen orientieren.

Was sagen Verbraucherschützer?

Die Reform wird nicht nur positiv bewertet.

Verbraucherschützer begrüßen zwar:

  • niedrigere Kosten
  • mehr Transparenz
  • stärkere ETF-Nutzung

warnen aber gleichzeitig vor:

  • fehlenden Garantien
  • höheren Börsenrisiken
  • langfristigen Kursschwankungen
  • möglichen Fehlentscheidungen unerfahrener Anleger.

Vor allem in Börsenkrisen könnten viele Sparer nervös reagieren und ungünstig verkaufen.

Was bedeutet das für bestehende Riester-Verträge?

Wichtig:
Alte Riester-Verträge bleiben bestehen.

Niemand muss seinen bestehenden Vertrag kündigen.

Möglichkeiten:

  • Vertrag weiterführen
  • beitragsfrei stellen
  • Guthaben übertragen
  • in neue Modelle wechseln

Ein vorschneller Wechsel sollte jedoch sorgfältig geprüft werden, da ältere Verträge teilweise attraktive Garantien enthalten können.

Welche Rolle spielen Versicherungen künftig?

Trotz ETF-Trend im Depot bleiben ETF im Versicherung-Mantel weiterhin wichtig.

Vor allem:

  • fondsgebundene Rentenversicherungen
  • Hybridmodelle
  • steueroptimierte Fondspolicen

dürften künftig eine größere Rolle spielen, weil nur so eine lebenslange Rente garantiert werden kann.

Denn Versicherer bieten zusätzlich:

  • Hinterbliebenenschutz
  • steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten
  • automatische Umschichtungsmodelle

Gerade steueroptimierte Konzepte innerhalb der privaten Vorsorge gewinnen dadurch weiter an Bedeutung.

Fazit: Die größte Veränderung seit Einführung der Riester-Rente

Die Altersvorsorgereform 2027 markiert einen echten Paradigmenwechsel:

Weg von starren Garantien — hin zu mehr Kapitalmarkt.

Für viele Anleger entstehen dadurch:

  • höhere Renditechancen
  • moderne ETF-Lösungen
  • mehr Flexibilität
  • einfachere Förderung

Gleichzeitig steigen aber auch:

  • Eigenverantwortung
  • Kapitalmarktrisiken
  • Beratungsbedarf

Die entscheidende Frage lautet deshalb künftig nicht mehr: „Welche Garantie bekomme ich?“

Sondern: „Welche Strategie passt langfristig wirklich zu mir?“

Sprechen Sie die Spezialisten für die Altersvorsorge der Tausend Finanz GmbH an. Wir zeigen Ihnen die Möglichkeit auf, neben der stattlichen Förderung steueroptimierte Produkte einzusetzen.

© Tausend Finanz GmbH 2026

Ihre Vorsorge verdient einen Zukunftscheck
Ob ETF im Depot oder im Versicherungsmantel, Fondspolice oder klassische Altersvorsorge, gefördert und steueroptimiert: Gemeinsam entwickeln wir ein Konzept, das zu Ihrem Leben passt.
Hinweis: Dieser Artikel dient ausschliesslich der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung nach § 6 VVG. Angaben erfolgen nach bestem Wissen, jedoch ohne Gewähr für Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Rechtliche, steuerliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen können sich ändern. Massgeblich sind die jeweiligen Vertragsbedingungen sowie die persönliche Situation im Einzelfall.
Für eine bessere Lesbarkeit verzichten wir auf eine geschlechterspezifische Differenzierung. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung. Die verkürzte Sprachform hat redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.